St. Louis, Missouri, USA,
27
August
2020
|
13:35
Europe/Amsterdam

Telemonitoring und implantierbare Herzmonitore

von Dr. Khaled Awad, Kardiologe, Mercy Clinic Heart and Vascular in St. Louis, Missouri, USA

Zusammenfassung

Mediziner stehen häufig vor der Herausforderung, aus vagen und diffusen Symptomen möglichst treffsicheren Diagnosen ableiten zu müssen. Insbesondere in der Kardiologie ist das eine oft schwierige Aufgabe.

Symptome wie Benommenheit, Schwindel, Präsynkopen, Palpitation und dergleichen können vorübergehend im Zusammenhang mit einer gutartigen Erkrankung auftreten oder auf eine ernsthafte oder wenn nicht sogar lebensbedrohliche Erkrankung hinweisen. Herzrhythmusstörungen sind mit einer Reihe von Symptomen verbunden, die auf viele Erkrankungen hindeuten. Während Arrhythmien mit einem Elektrokardiogramm (EKG) dokumentiert und analysiert werden können, lassen sich paroxysmale und nicht anhaltende Arrhythmien aufgrund ihrer speziellen Eigenschaften oft nicht mit einem klassischen Zwölf-Kanal-EKG erfassen.

Hierfür sind sogenannte Holter-Monitore sind hier eine Option. Sie helfen und ihre Kosten werden in der Regel erstattet. Gleichzeitig haben sie aber zahlreiche Nachteile: Holter-Monitore sind sperrig, unkomfortabel und können die Haut des Patienten bzw. der Patientin durch die erforderlichen Klebeelektroden reizen. Die Patienten-Compliance mit der Holter-Überwachung ist suboptimal, insbesondere wenn Patient*innen das Gerät über längere Zeiträume tragen sollen.

Implantierbare Herzmonitore bieten eine bequeme und effektive Möglichkeit, Patientendaten auch über einen längeren Zeitraum zu erfassen und zu analysieren. Sie werden auch als Loop-Rekorder bezeichnet. Das kleine Implantat wird subkutan in der Nähe des Herzens eingesetzt. Drähte oder externe Aufkleber werden nicht benötigt. Die Herzaktivität wird mithilfe des Implantats kontinuierlich überwacht und telemedizinisch an den Arzt übermittelt. Die Mehrheit der Patient*innen fühlt sich durch das Gerät in ihrer Brust nicht gestört und kommt im Alltag gut damit zurecht. Implantierbare Herzmonitore sind weit etabliert und nachweislich effektiv.1

Dr. Khaled Awad, Kardiologe, Mercy Clinic Heart and Vascular in St. Louis, Missouri, USA
Implantierbare Herzmonitore bieten eine bequemere und effektivere Möglichkeit, Patientendaten auch über einen längeren Zeitraum zu erfassen und zu analysieren.
Dr. Khaled Awad, Kardiologe, Mercy Clinic Heart and Vascular in St. Louis, Missouri, USA

Der von BIOTRONIK entwickelte BIOMONITOR IIIm gehört zu der jüngsten Generation implantierbarer Herzmonitore. Er ist sehr klein und wird mit einer Einführhilfe angeboten, die es ermöglicht, das Gerät in nur einem Schritt unter die Haut zu injizieren. Nach der Injektion zeichnet der Monitor die Herzaktivität fortlaufend auf. Außerdem übermittelt er die täglich erfassten Daten über ein mobiles Übertragungsgerät mithilfe der BIOTRONIK Home Monitoring® Technologie automatisch an den behandelnden Arzt bzw. die behandelnde Ärztin. Letztere können konfigurieren, über welche Ereignisse sie zeitnah informiert werden möchten. Untersuchungen, wie die BioMonitor 2-Pilotstudie, zeigen, dass der automatisierte Telemonitoring-Prozess eine herausragende Übertragungsrate und maximale Patienten-Compliance sicherstellt.2

Deuten die Symptome eines Patienten bzw. einer Patientin auf eine mögliche Arrhythmie hin, obwohl auf dem EKG ein normaler Herzrhythmus zu erkennen ist, könnten eventuell kurze nicht-anhaltende ventrikuläre Tachykardien (nsVT) vorliegen. Diese Tachykardien lassen sich beispielsweise daran erkennen, dass die ventrikuläre Frequenz die programmierten Grenzwerte überschreitet. In ähnlicher Weise kann das System helfen, Vorhofflimmern zu erkennen und die Behandelnden auch über unregelmäßige Vorhofflimmerepisoden zu informieren. Gelegentliche nsVT-Episoden zu erfassen, kann ebenfalls herausfordernd sein. Hier kann der BIOMONITOR IIIm wertvolle Unterstützung leisten.

 

Warum BIOMONITOR IIIm mit BIOTRONIK Home Monitoring eine effektive Kombination ist

Der injizierbare BIOMONITOR IIIm ist angenehm klein und kann über fünf Jahre hinweg getragen werden. Er überwacht die Herzaktivität täglich und rund um die Uhr mit einer ausgezeichneten Signaltreue. Im Gegensatz zu externen Holter-Monitoren nimmt der/die Patient*in sein implantiertes Gerät im Alltag kaum wahr. Unregelmäßigkeiten im Herzrhythmus, z.B. detektierte Tachykardien, Bradykardien und Asystolien werden automatisch aufgenommen und telemedizinisch an die Home Monitoring-Plattform übermittelt. Der Arzt bzw. die Ärztin kann patientenindividuell entscheiden, über welche klinischen Ereignisse und in welcher Form (E-Mail oder SMS) er bzw. sie vom System benachrichtigt werden möchte. Über die Home Monitoring-Plattform hat er jederzeit Zugriff auf die tagesaktuellen Daten des Patienten bzw. der Patientin und kann somit deutlich schneller als mit einem Holter-Monitoring reagieren.

Patient*innen haben die Möglichkeit, im Falle akuter Symptome, zusätzliche EKG-Aufzeichnungen des BIOMONITORs auszulösen und mittels BIOTRONIK Home Monitoring an die Behandelnden zu übertragen, um diese telefonisch abzuklären. Die meisten Arrhythmien treten allerdings still, d.h. asymptomatisch, auf.3 Diese Episoden lassen sich mithilfe von BIOTRONIK Home Monitoring aber frühzeitig erkennen und oftmals behandeln bevor die Patient*innen Beschwerden entwickeln.

 

Referenzen:

1. Mayo Clinic. Implantable Loop Recorder. Mayo Clinic,. Electrocardiogram (ECG or EKG) Web site. https://www.mayoclinic.org/tests-procedures/implantable-loop-recorder/pyc-20384986. Published 2019. Accessed November 14, 2019.

2. Ooi SY, Ng B, Singarayar S, et al. BioMonitor 2 Pilot Study: Early Experience With Implantation of the Biotronik BioMonitor 2 Implantable Cardiac Monitor. Heart Lung Circ. 2018;27(12):1462-1466.

3. Gegenava T, Gegenava M, Kirtava Z. Arrhythmia telemonitoring in asymptomatic patients. Journal of Electrocardiology, July 2013, Vol46(4), ppe4-e5. 2013.