LAKE OSWEGO, Oregon,
12
August
2020
|
15:19
Europe/Amsterdam

Die telemedizinische Fernbetreuung erweist sich in der COVID-19-Pandemie als besonders nützlich

von Dr. David Hayes

Zusammenfassung

Dieses Jahr wird noch lange in Erinnerung bleiben. Es ist das Jahr, in dem die COVID-19-Pandemie Gesundheitssysteme rund um den Globus an die Grenzen bringt. Von der Verschiebung elektiver Operationen bis hin zur Umstrukturierung ganzer Abteilungen: Gesundheitseinrichtungen haben zur Bewältigung der Pandemie beispiellose Anstrengungen unternommen. Ziel aller Maßnahmen war es, einerseits eine Überlastung der Krankenhauskapazitäten zu verhindern und andererseits das Ansteckungsrisiko für Patient*innen durch Untersuchungen in der Klinik oder Praxis zu minimieren. Die Telemedizin spielt für das Erreichen dieser Ziele eine zentrale Rolle. Die Vorteile telemedizinischer Anwendungen werden seit dem Ausbruch der Pandemie sichtbar.

Weltweit haben Gesundheitsversorger die telemedizinische Versorgung als effektives Instrument zur Senkung des Ansteckungsrisikos erkannt. Bei allen Aufgaben, die sich auf diese Weise angemessen bearbeiten lassen, sollten Patient*innen und medizinische Einrichtungen die verfügbaren telemedizinischen Alternativen bevorzugen. Die COVID-19-Taskforce der Heart Rhythm Society (HRS) hat neue Leitlinien zur Behandlung von Patient*innen für die Minimierung potentieller COVID-19-Ansteckungsrisiken herausgegeben. Die Fachgesellschaft empfiehlt, Präsenznachsorgetermine von Patient*innen nur durchzuführen, wenn schwerwiegende Probleme mit Implantaten vorliegen, Umprogrammierungen zwingend notwendig sind oder der Arzt bzw. die Ärztin andere dringende Gründe für eine persönliche Anwesenheit des Patienten bzw. der Patientin sieht.

Telemedizin unterstützt die Einhaltung von Abstandsregelungen. Routinenachsorgen sollten nach Auffassung der Experten daher möglichst telemedizinisch durchgeführt werden – nicht nur, um ihre Patient*innen und das Personal zu schützen, auch um die klinischen Versorgungseinrichtungen in den aktuellen Krisenzeiten sinnvoll zu entlasten.

Aber ist es auch sicher, Nachsorgen verstärkt telemedizinisch durchzuführen? Die Ergebnisse der TRUST-Studie aus dem Jahr 2010 zeigen, dass mit BIOTRONIK Home Monitoring® die Anzahl der Präsenznachsorgen um 45 Prozent reduziert werden kann. Die Daten aus 102 Zentren in den USA bestätigten damit mehrere der bereits durch die FDA zugelassenen Produktversprechen – ein bis heute von keinem anderen Produkt erreichter Erfolg.

Dr. David Hayes, Chief Medical Officer bei BIOTRONIK
Weil gerade Patient*innen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit einer höheren Wahrscheinlichkeit schwere COVID-19-Verläufe haben, verdient eine Technologie, die sie von Krankenhäusern und Praxen fernhalten kann und so ihr Ansteckungsrisiko verringert, besondere Aufmerksamkeit.
Dr. David Hayes, Chief Medical Officer bei BIOTRONIK

Die Ergebnisse der kürzlich veröffentlichten „at Home“-Studie* zeigten, dass das BIOTRONIK Home Monitoring-System bei Herzschrittmacherpatient*innen die Präsenznachsorge zuverlässig ersetzen konnte. Die Studienautor*innen fanden keinen signifikanten Unterschied zwischen einer Gruppe von Patient*innen, die eine ausschließlich Home-Monitoring-gestützte Nachsorge erhielten, und einer Vergleichsgruppe, bei der die Nachsorge konventionell durchgeführt wurde. Für die Studie wurden 1.108 Herzschrittmacherpatient*innen in Japan über einen Zeitraum von zwei Jahren beobachtet. Grundlage war die RM-ALONE-Studie* von 2019, für die 445 Herzschrittmacher- und ICD-Patient*innen über einen Zeitraum von zwei Jahren beobachtet wurden. Bei dieser Studie konnte ebenfalls kein signifikanter Sicherheitsunterschied zwischen Patientengruppen festgestellt werden, die regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen ausschließlich per BIOTRONIK Home Monitoring oder mit konventionellen Mitteln erhielten.

Die Fernüberwachung hat noch einen weiteren klaren Nutzen: Selbst in krisenfreien Zeiten belasten unnötige Arztbesuche und Krankenhausaufenthalte die Gesundheitssysteme hinsichtlich der Kapazitäten und Kosten. Fernbetreuung kann dazu beitragen, den Kapazitätsdruck zu mindern und Kosten zu senken. Weil gerade Patient*innen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit einer höheren Wahrscheinlichkeit schwere COVID-19-Verläufe haben, verdient eine Technologie, die sie von Krankenhäusern und Praxen fernhalten kann und so ihr Ansteckungsrisiko verringert, besondere Aufmerksamkeit.

In der letzten Woche habe ich über einige der wichtigsten Vorteile von Home Monitoring in Pandemiephasen gesprochen sowie über einige besonders nützliche Funktionen für Ärzt*innen. Für den Zugriff auf die kostenlosen Videoinhalte können Sie sich hier anmelden.

 

*Haftungsausschluss: In dieser Studie wurden Patienten 24 Monate lang fernbetreut. Eine ausschließliche Fernbetreuung für einen Zeitraum von 24 Monaten wurde noch nicht für die Produktkennzeichnung genehmigt und kann derzeit von BIOTRONIK nicht empfohlen werden.