29
September
2021
|
16:49
Europe/Amsterdam

Vorhofflimmern: Vier Tipps, mit denen Sie Ihr Risiko reduzieren können

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Vorhofflimmern (VHF) ist weltweit die häufigste Form von Herzrhythmusstörungen – etwa 30 Millionen Menschen sind betroffen. Beim Vorhofflimmern ziehen sich die Muskeln der Vorhöfe nicht mehr rhythmisch und gleichmäßig zusammen. Einerseits gelangt so zu wenig Blut in die Kammern und die Pumpleistung des Herzens verschlechtert sich insgesamt. Andererseits kann es in bestimmten Bereichen der Vorhöfe, insbesondere der sogenannten Herzohren, zu Stauungen des Blutes und infolgedessen zu Blutgerinnseln kommen. Diese Blutgerinnsel können abgeschwemmt werden und zu einem Schlaganfall führen, wenn sie im Gehirn ein Blutgefäß verstopfen. Bei Menschen mit VHF können unterschiedliche Symptome auftreten: Sie reichen von Herzklopfen oder unregelmäßigem Herzschlag, Benommenheit, Brustschmerzen, ausgeprägter Müdigkeit bis hin zu Kurzatmigkeit. Andere Patienten können überhaupt keine auffälligen Symptome haben.

Vorhofflimmern kann in Episoden auftreten, die einige Minuten oder Stunden andauern, bevor das Herz wieder in den normalen Rhythmus zurückkehrt. Die kurzen VHF-Episoden werden auch als „paroxysmales“ VHF bezeichnet, wohingegen man bei VHF-Episoden, die länger als 30 Sekunden andauern, auch von „rezidivierendem“ VHF spricht. VHF kann aber auch immer wieder auftreten oder sogar dauerhaft sein. Wenn dies geschieht, sprechen Ärzte von „permanentem“ VHF.

Je nach Ursache behandeln Mediziner Vorhofflimmern auf unterschiedliche Weise – häufig mit blutverdünnenden Medikamenten zur Senkung des Schlaganfallrisikos und Medikamenten zur Regulation des Herzrhythmus oder auch mithilfe einer Katheterablation. Doch auch bei einer Therapie, die den normalen Herzrhythmus erfolgreich wiederherstellen konnte, kann das Risiko eines erneuten Vorhofflimmerns leider nie ganz ausgeschlossen werden. Die gute Nachricht ist jedoch: Es gibt eine Reihe vorbeugender Maßnahmen, mit denen wir unser VHF-Risiko reduzieren können.

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Tipp 1: Bewegen Sie sich

Ein angemessenes Trainingsprogramm kann die Schwere der Symptome, unter denen Patienten mit VHF leiden, verringern und helfen, einen normaleren Herzrhythmus aufrechtzuerhalten. Das zeigen neueste Forschungsergebnisse, die auf dem diesjährigen Kongress der European Society of Cardiology (ESC), der weltweit größten kardiologischen Fachtagung, vorgestellt wurden. Australische Forscher fanden heraus, dass einige Patienten ihr VHF allein durch Bewegung kontrollieren konnten – ohne Medikamente und komplexe Eingriffe. Studienteilnehmer wurden angehalten, sechs Monate lang mindestens 3,5 Stunden Aerobic pro Woche auszuüben, kardiovaskuläres Training mit höherer Intensität ergänzte den Sportplan. Bei denjenigen, die das Programm absolvierten, reduzierte sich die Rate an wiederkehrendem Vorhofflimmern um 60 Prozent. Wenn bei diesen Patienten das Vorhofflimmern erneut auftrat, waren ihre Symptome weniger schwerwiegend.

Tipp 2: Reduzieren Sie Ihren Alkoholkonsum

Sie müssen nicht unbedingt auf ein Glas Wein zum Abendessen oder ein Bier mit Freunden verzichten, um Ihr VHF-Risiko zu senken. Tatsächlich stellten Forscher bei Menschen, die sieben oder weniger alkoholische Getränke pro Woche zu sich nehmen, fast kein erhöhtes Risiko fest. Doch bei mehr als 14 alkoholischen Getränken pro Woche steigt das Risiko deutlich. Sollten Sie an Herzinsuffizienz leiden, kann Alkoholkonsum eine VHF-Episode auslösen, die Ihren Zustand deutlich verschlechtern kann. Überprüfen Sie Ihren Puls auf Unregelmäßigkeiten – dies könnte ein Zeichen für Vorhofflimmern sein. Wenn bei Ihnen Herzinsuffizienz diagnostiziert wurde, sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die optimale Ernährung und einen angemessenen Alkoholkonsum.

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Tipp 3: Achten Sie auf Ihren Koffeinkonsum und probieren Sie mediterrane Ernährung

Koffein ist ein komplexer Risikofaktor für VHF. Eine Studie aus dem Jahr 2019 ergab, dass Männer, die moderate Mengen an Kaffee tranken (1-3 Tassen pro Tag), tatsächlich eine Verringerung ihres VHF-Risikos verzeichneten. Energy-Drinks, bei denen die Koffeinkonzentration höher ist, können allerdings das Risiko für VHF erhöhen. Mehrere Beobachtungsstudien haben Energy-Drinks bei jüngeren Menschen mit einem erhöhten VHF-Risiko in Verbindung gebracht. Insgesamt liegt die generell empfohlene Obergrenze für die tägliche Koffeinaufnahme bei etwa 400 Milligramm, was etwa vier Tassen Kaffee entspricht. Bestimmte Lebensmittel können Ihr VHF-Risiko senken und die allgemeine Herzgesundheit fördern, so wie beispielsweise die sogenannte mediterrane Ernährung. Sie ist reich an Gemüse, Obst, Getreide, Nüssen und ungesättigten Fettsäuren wie Olivenöl. Eine salzhaltige Ernährung kann das Risiko für Vorhofflimmern hingegen erhöhen.

Tipp 4: Fördern Sie Ihre allgemeine Herzgesundheit

Viele Maßnahmen, mit denen Sie Ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken können, tragen auch dazu bei, das Risiko für VHF zu minimieren. Dazu gehören beispielsweise der Verzicht auf das Rauchen, ausreichend Schlaf und ein gesundes Körpergewicht durch richtige Ernährung und ausreichend Bewegung. Übergewichtige Menschen haben ein um 20-25 Prozent erhöhtes VHF-Risiko, das bei fettleibigen Menschen auf ein 60 Prozent höheres Risiko ansteigt.

 

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