WIEN, ÖSTERREICH und BERLIN, Deutschland,
19
Juni
2017
|
00:00
Europe/Amsterdam

Europace-Cardiostim 2017: Herausforderungen und Chancen für das Herzinsuffizienzmanagement

BIOTRONIK Studien adressieren wichtige Fragen: Bei welchen CRT-Patienten ist die Defibrillatortherapie wirklich erforderlich? Profitieren CRT-Patienten von einer physiologischen Herzstimulation? Welchen Stellenwert nimmt Home Monitoring ein?

Herzinsuffizienzexperten diskutierten an dem von BIOTRONIK veranstalteten CRT-Symposium auf dem Europace-Cardiostim Kongress 2017 „Aktuelle Herausforderungen und Möglichkeiten im Herzinsuffizienzmanagement”. Dabei ging es insbesondere darum, wie neue Studienerkenntnisse in die Praxis übertragen werden können.

Die Mehrheit der CRT-Patienten erhält heute ein CRT-Gerät mit Defibrillatorfunktion (CRT-D). Daran anknüpfend stellt sich die Frage, ob Patienten, die gut auf die CRT-Therapie ansprechen und eine verbesserte Herz-Pumpleistung aufweisen, mit dem nächsten Gerätewechsel auf einen CRT-Schrittmacher umgestellt werden können. Da die Datenlage sehr begrenzt ist, analysiert Dr. Jacques Mansourati vom Universitätskrankenhaus in Brest, Frankreich, in der BioCONTINUE Studie1 das Profil von CRT-Respondern, um zu klären, welche Patienten auf eine ICD-Funktion verzichten können.

Zwanzig bis vierzig Prozent aller CRT-Patienten leiden an einer chronotropen Inkompetenz. Diese Kandidaten könnten potenziell von einer physiologischen Herzstimulation profitieren. Gleichzeitig gibt es kaum Belege dafür, dass die Anpassung der Stimulationsfrequenz mithilfe eines Beschleunigungssensors, einem sogenannten Akzelerometer, wirklich effektiv ist – die Leitlinien enthalten dazu keinerlei Empfehlungen. Eine von Dr. Mattias Roser an der Charité Berlin durchgeführte Pilotstudie2 soll klären, ob die physiologische, inotropie-gesteuerte, Closed Loop Stimulation, kurz CLS, den Therapieerfolg dieser Patienten verbessern kann. Der primäre Studienendpunkt ist die Atemeffizienz – der zuverlässigste prognostische Parameter, den man im Rahmen des kardiopulmonalen Belastungstests gewinnen kann.

“Obwohl Akzelerometer seit Jahrzehnten zur Erfassung von Patientenbewegungen eingesetzt werden, ist der klinische Nutzen stark umstritten”, erklärt Dr. Roser. “Die Closed Loop Stimulation von BIOTRONIK ist weltweit die einzige Technologie, die sowohl physiologische als auch mentale Belastungen berücksichtigen kann. So reguliert CLS die Stimulationsfrequenz anhand des individuellen, metabolischen Bedarfs und der Kontraktionen des Herzmuskels. Wir sehen hierin großes Potenzial, die Behandlung der CRT-Patienten deutlich zu verbessern.”

Schließlich wurden auch die klinischen Vorteile für CRT-Patienten durch BIOTRONIK Home Monitoring® diskutiert. Seit die IN-TIME-Studie gezeigt hat, dass Home Monitoring auch die Sterblichkeit von Herzinsuffizienzpatienten reduziert3, ist das Telemonitoring in den Leitlinien verankert. Interessanterweise konnte der Überlebensvorteil jedoch nicht für Studien nachgewiesen werden, die mit Monitoringsystemen anderer Hersteller durchgeführt worden sind: REM-HF, More-CARE oder Opti-Link HF. Die unterschiedlichen Ergebnisse können auf die Eigenschaften des BIOTRONIK Home Monitoring Systems zurückgeführt werden: Die zuverlässige tägliche Datenübertragung in Kombination mit einer Multiparameteranalyse erlaubt es Kliniken mit etablierten Monitoringabläufen zeitnah auf Ereignisse zu reagieren und das Voranschreiten der Herzinsuffizienz zu verhindern. Wie die TRUECOIN Studie von Hindricks et al.4 kürzlich ebenfalls bestätigte, wirkt sich das auch positiv auf das Überleben der Patienten aus.

 

References:

1 BioCONTINUE Study: https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT02323503

2 BIO CREATE Pilot Study: https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT03157076

3 Hindricks G et al. The Lancet. 2014, 384 (9943).

4 Hindricks G et al. European Heart Journal. 2017, May 10. doi: https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehx015

Über BIOTRONIK:

BIOTRONIK ist ein weltweit führendes Medizintechnikunternehmen mit Hauptsitz in Berlin und ist in mehr als 100 Ländern präsent. Unsere Produkte retten Leben und erhalten die Gesundheit vieler Millionen Menschen mit Herz-Kreislauferkrankungen. Seit der Entwicklung des ersten Herzschrittmachers in Deutschland im Jahr 1963, treibt BIOTRONIK Innovationen im Bereich kardio- und endovaskulärer Therapielösungen und Dienstleistungen entscheidend voran.